Januar: Die ehemalige Doll’sche Schmiede


Die ehemalige Lambsheimer Schmiede in der Hauptstraße 52 war lange Zeit ein zentraler Bestandteil des Dorflebens. Ein großes Eisentor mit den Symbolen Hammer und Zange wies früher auf ihre Funktion hin. Dort ließ man Pferde beschlagen, Wagen reparieren und Utensilien anfertigen, z. B. Pflüge, Eggen und Werkzeuge. Noch bis in die 1970er-Jahre standen häufig Pferde vor der Werkstatt, um neue Hufe zu bekommen. Zu dieser Zeit arbeiteten noch drei Lambsheimer Bauern mit Pferden.

Das Anwesen ist als Doll’sche Schmiede bekannt, nach dem Dorfschmied Ludwig Doll und seinem Sohn Robert Doll. 1963 übernahm Helmut Hörner den Betrieb, bevor er 1970 in das Anwesen Hauptstraße 21 umzog.

Das Hauptgebäude war ursprünglich der Sitz der jüdischen Familie von Levi Weill. Dieser richtete dort eine private Betstube ein, die sich in dem Anbau vorne rechts befand. Später diente dieser als Verkaufsraum für Eisenwaren. Die Schmiede entstand wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Die einstige Werkstatt wurde zu Wohnzwecken umgebaut und erweitert, das markante Tor davor ist verschwunden. Auch das alte Haus mit seiner hölzernen Freitreppe ist heute ein reines Wohnhaus.



Februar: Die Weed


Die Weed, der Lambsheimer Dorfteich, war einst ein wichtiges Element des ländlichen Lebens. Sie diente dem Waschen der Pferde und anderer Tiere aus dem landwirtschaftlichen Bereich, die man auch zum Tränken hierherführte. Die Feuerwehr nutzte sie zudem als Löschteich für ihre Einsätze.

Vermutlich hängt die Entstehung der Weed mit dem Bau des früheren Wasserschlosses 1706 im sogenannten Weihergarten zusammen. Zu dem Anwesen gehörten diverse Neben- und Verwaltungsgebäude, wovon eines 1991 zum neuen Rathaus umgebaut wurde. Vor diesem war der dreiseitige Teich angelegt, der sein Wasser aus der Isenach bezog. Zu diesem Zweck verlief einst ein Wassergraben entlang der heutigen Mühltorstraße von der Mühle her. Er zweigte dort von der Isenach ab und speiste auch die Gräben der Lambsheimer Stadtbefestigung (siehe Katasterplan von 1837 bei "Über Lambsheim").

Gründe für das Verschwinden der Weed könnten das Verfüllen der Lambsheimer Stadtgräben sein, die Belästigung durch Gerüche und Insekten, aber auch der Umstand, dass der Teich als Viehtränke entbehrlich wurde. Tatsache ist, dass die Weed 1959 trockengelegt wurde und an ihrer Stelle eine kleine Parkanlage entstand. Die in Stein gemeißelten trinkenden Pferde auf dem damals entstandenen kleinen Mäuerchen erinnern ebenso an ihre Funktion als Viehtränke wie die 1992 errichtete Brunnenplastik, die drei Pferdesättel andeutet.